Handpan Stimmung - 440 Hz oder 432 Hz

Am 3. April 2021 von handpan

Immer wieder werde ich von meinen Workshop-Teilnehmern gefragt, was es denn mit 440 Hz gegenüber 432 Hz auf sich hat. Um den Kammerton A, der heutzutage auf 440 Hz festgelegt wird, ranken sich viele Legenden, Geschichten und Verschwörungstheorien. 432 Hz soll angeblich einen heilenden und therapeutischen Effekt haben - wirklich haltbare Studien finden sich dazu allerdings nicht. 

Diese These bzw. Behauptung darf auch gerne angezweifelt werden. Zum einen ist es ja so, dass 440 Hz lediglich bedeutet, dass etwas mit 440 Schwingunden pro Sekunde schwingt - sei es eine Saite wie bei einem Klavier oder einer Gitarre oder eine Metallzunge wie bei einer Tongue-Drum oder einfach eine Luftsäule wie zum Beispiel einer Orgel oder in einem beliebigen Blasinstrument.

Interessant ist jetzt, dass die Einheit „Sekunde“ auf die alten Babylonier zurückgeht, die ihre astronomischen Berechnungen im 60er-System oder auch sexagesimales Rechensystem machten. Beim Kammerton A schwingt also eine Saite oder eine Luftsäule 440 mal pro Sekunde, also einer von Menschen festgelegten Einheit. Sehr schön erklärt das alles Paul Davids in einem Video:

Die Beispiele werden zwar mit einer Gitarre gespielt, aber man kann schon sehr schön den Unterschied hören. Der Handpanmaker, Musiker und Lehrer Loris Lombardi demonstriert das sehr anschaulich an zwei von ihm selbst gebauten Handpans. Eine davon ist in 432 Hz gestimmt, die andere in 440 Hz. Anhand von 5 kurzen Handpanstücken hört man einen deutlichen Unterschied:

Spannend ist auch, wenn man sich den Kammerton A mal etwas genauer anschaut. Mit der App „Spectro Pro“ kann man alle Frequenzen sehr genau anzeigen lassen. Dabei fällt auf, dass gerade auf einer Handpan der Ton nicht „rein“ ist wie bei einem Synthesizer, der einen reinen Sinuston erzeugen kann. Natürlich erzeugte Töne können das rein technisch gar nicht, da immer eine ganze Menge Eigentöne (Obertöne) erzeugt werden. So sieht das aus, wenn ich das A anspiele. Faszinierend, welche Frequenzen da noch alle mitschwingen bzw. wie breit das Frequenzspektrum allein schon im Bereich 440-500 Hz ist.

IMG 6751-Handpan

Nach einem Erlebnis bei einem Yatao-Workshop, bei dem Malte Marten aus einem in unseren Augen völlig „schrägen“ Instrument noch bezaubernde Klänge rausgeholt hat, denke ich: Es ist weniger entscheidend, in welcher Frequenz oder auf welchem Instrument jemand etwas spielt. Viel wichtiger ist, was und wie er spielt und ob er unser Herz erreicht. 

Noch ein letztes Zuckerl für alle, die noch tiefer in die Thematik einsteigen wollen: Der fantastische Adam Neely beschäftigt sich in diesem Video eingehend mit der Problematik, die sich mit verschiedenen 432Hz-Stimmungen ergeben. Er benutzt dazu: Sonic Geometry: The Language of Frequency and Form, Chakra Tuning und Stradivari/Verdi Tuning (A = 432 Hz, C = 256 Hz) und gibt uns dann ordentlich was auf die Ohren.

linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram